SD28

 

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Beschreibung der light - LAB® SD 28 - Apparatur

In einem fahrbaren Gehäuse aus PTFE- beschichteten Aluminium - Profilrahmen sind   folgende Gerätekomponenten angeordnet:

*Vakuumpumpe mit Mikroprozessor - Steuerung und integriertem MLT -Vakuumcontroller
*Kühlaggregat zur Erzeugung von Kühlsole, vorzugsweise: -20°C
*Kaskaden- Kondensator zur Kondensation der Lösemitteldämpfe
*Zwischenauffangbehälter mit Füllstandssensor und Ventilsteuerung zur Entleerung unter Vakuum
*Ausgangsseitiger Kondensator für nicht kondensierte, pumpenauslaßseitige Restdämpfe
*Auswechselbare Wärmeblöcke mit Kavitäten für zylindrische Verdampfungsgefäße mit gleichen oder unterschiedlichen Abmessungen.
*Antrieb für Wärmeblock, der eine unkoordinierte kombinierte Vertikal- / Horizontalbewegung erzeugt
*sicherheitsbeschichtete, vakuumfeste Glashauben mit schraubbaren Durchführungen für positionsgenaue   Zuführung von Materialien (Gase, Dämpfe, Flüssigkeiten, Feststoffe, z.B. mikronisierte)
*Optische Statusanzeige und - optional - akustische Statusanzeige
*Industrie - PC mit hohem Sicherheitsstandard zur Steuerung/ Regelung u.a. von Ventilen, Vakuum, Temperatur, Drehzahl, Füllstand.
*Verfahrenssoftware L- soft®, vornehmlich für iterative Vakuumführung, Ventilsteuerung, Regelung der   übrigen Destillationsparameter und für GMP- gerechte Dokumentation

  Neuheiten und Vorteile an der light-LAB® SD 28 - Anlage

Bei Vakuumdestillationen erweist sich seit langem, daß das sog. "Anfahren" der Destillation nur mittels     empirisch gewonnener Erfahrungswerte störungsfrei zu bewerkstelligen ist. Der Grund dafür liegt in der   Tatsache, daß Verbindungen beim Übergang vom flüssigen in den dampfförmigen Aggregatzustand eine        mehr oder weniger große Volumenänderung (aus 1 Mol einer Substanz werden 22,4 Liter Dampf). In  evakuierten Apparaturen strömt der erzeugte warme Dampf mit hoher Geschwindigkeit zur kalten  Kondensationsstelle. Dort kondensiert er wieder, d.h., er geht unter Volumenverminderung vom  dampfförmigen in den flüssigen Aggregatzustand zurück.Dies führt dazu, daß kurzfristig eine zusätzliche  Vakuumbildung vorliegt, die sich zu dem vorhandenen Vakuum addiert.
Exakt zu diesem Zeitpunkt treten störende Siedeverzüge auf, da sich der zu überwindende Dampfdruck   kurzzeitig stark verringert hat. Sobald sich Verdampfen und Kondensieren im Gleichgewicht befinden            läuft die Destillation i.d.R. störungsfrei.
Bei Vakuumdestillationen mit Rotationsverdampfern wird -vorteilhaft- der Verdampferkolben in Rotation versetzt. Dies führt einerseits zu einer Oberflächenvergrößerung des zu verdampfenden Lösemittels, als auch   zu einer Kräuselung der Oberfläche und damit der Herabsetzung der Oberflächenspannung, welche die Dampfmoleküle ebenfalls überwinden müssen. Als weiterer Effekt ist eine verbesserte Wärmeübertragung   von der Glaswand auf das Lösemittel festzustellen.


Beim vorgestellten Serienverdampfer SD 28 wird die Kräuselung der Oberfläche durch Bewegen des   Heizblocks erreicht. Ein motorisch angetriebener Exzenter bewegt dabei den Block auf und ab, wobei            diese Auf - und Ab - Bewegung durch ungleichmäßig flexible Schwingelemente, mit denen der Block            fixiert ist, in eine unkoordinierte Horizontal - Vertikalbewegung übergeht. Als Effekt in den  Gefäßen                 ergibt sich zeitweise ein Kräuseln der Oberfläche und abwechselnd oder zeitgleich ein  Überschwappen            der Flüssigkeitssäule, was sich in Verbindung mit der in der Verfahrenssoftware L-  soft® programmierten Zufallsschaltung für den Antrieb günstig auf die Verdampfungsgeschwindigkeit auswirkt und Siedeverzüge wirksam vermeidet.

 Als eines der größten Geschwindigkeits - Hemmnisse bei Vakuumverdampfern ist die mäßige          (ungenügende!) Wärmeübertragungsgeschwindigkeit des Glases zu sehen. Immer noch ist Glas wegen            seiner chemischen Inertheit und Durchsichtigkeit in den Laboratorien das Material der Wahl. Da                während der Verdampfung dem flüssigen Lösemittel Energie entzogen wird, kühlt dieses sich sehr                schnell ab, je nach eingestelltem Vakuum erfolgt dann keine Verdampfung mehr erfolgen. Bei vielen   Destillationsprozessen ist eine Erhöhung der Badtemperatur nicht erwünscht. Da die Gefahr einer         thermischen Zerstörung des immer konzentrierter werdenden Extraktes besteht, wird die  Temperatur               auf einem fest eingestellten Wert gehalten. Die Differenz der Blocktemperatur ( z.B.  +40°C) zur Verdampfungstemperatur ist relativ gering. Bedingt dadurch ergibt sich niedrige          Destillationsgeschwindigkeit.
Wird in Unkenntnis dieser Tatsache nun das Vakuum ("zum Beschleunigen") abgesenkt, so  verdampft              die Flüssigkeit bei so tiefen Temperaturen, daß herkömmliche Kühlquellen wie  Kühlwasser                                 ( +8° bis + 15° C) nicht mehr ausreichen, sodaß Kühlsole von Kryostaten  eingesetzt werden, da nur              diese die für die Kondensation notwendige Temperaturdifferenz von 25 - 30 K gewährleisten.
Als Folge ungenügender Kühlung würde unkondensierter Dampf über die Vakuumpumpe in die            Umgebung oder über die Wasserstrahlpumpe in das Abwasser gelangen. Gleichzeitig würde  die                         zu destillierende Flüssigkeit noch mehr abgekühlt ,was bewirken würde, daß die  Destillation gänzlich zum Stillstand kommt. ("Das Lösemittel liegt drin, wie ein toter Hund").


Bei der light - LAB® SD28 Anlage wurden zur Optimierung mehrere Verbesserungen gefunden.
Zur Verbesserung der Wärmeübertragungsgeschwindigkeit werden herkömmliche Flachboden -            Glasgefäße, wie sie in der Miniaturisierung fast ausschließlich benutzt werden, mit einem  Flachboden                aus einem gut wärmeleitfähigem und produktseitig chemisch inertem Material  versehen und als  Verdampfungskolben genutzt. Durch die größere Wärmeübertragungsgeschwindigkeit  gegenüber                    Glas wird das Prozessziel wesentlich früher erreicht.

L-soft, die Verfahrenssoftware

 Um dem Anwender eine störungsfreie Destillationsführung und gleichzeitig größtmögliche Sicherheit zu ermöglichen, wurde die Verfahrenssoftware
L- soft® entwickelt. Durch einfaches Eingeben über die PC-Tastatur kann der Anwender schrittweise    ("iterativ") in von ihm vorzugebenden Zeitschritten und Vakuumschritten ein Destillationsprogramm                 ablaufen lassen. Durch softwareseitige Überwachung von zu erreichenden und/oder einzuhaltenden Temperaturwerten , Zeiträumen oder Vakuumwerten kann der Prozess, erst ach Erreichen der zur     störungsfreien Destillation notwendigen Parametern gestartet werden. Eine Fehlbedienung wird so      weitgehend ausgeschlossen. Bei entsprechender Einstellung der Druck- / Zeitschritte erlaubt diese   Verfahrenssoftware, auch unterschiedliche Lösemittel oder Lösemittelgemische nacheinander ab zu     destillieren.
Versuche haben ergeben, daß sich mit dieser Verfahrensweise zum einen Wiederfindungsraten an           Lösemittel von regelmäßig > 99% ergeben und Siedeverzüge bei richtiger Programmierung nicht mehr aufgetreten sind.

Mit den beschriebenen Neuerungen können in den Synthese - und Probenvorbereitungslabors der     einschlägigen Chemiesparten nun auf einer Grundfläche, wie sie ein einziger fahrbarer PC -                  Schreibplatz benötigt, Vakuumdestillationen mit unterschiedlichsten miniaturisierten Gefäßarten -  ortsungebunden - parallel durchgeführt werden. Es wird lediglich ein 230 V - Anschluß benötigt.
Sämtliche Gerätekomponenten sind CE- zertifiziert. Die light - LAB® Anlage SD 28 ist für den    unüberwachten Betrieb geeignet. Mit der IBS - Software L- soft® ist eine GMP/GLP- konforme   Dokumentation unter EXCEL garantiert.

Dank der modularen Bauweise kann der SD 28 mit einfachem Ergänzungs - Zubehör auch zum         Konzentrieren großer Flüssigkeitsmengen oder mittels Einbau von Ultraschallzerstäubern oder                 speziellen Düsen als Sprühtrockner eingesetzt werden. Mit den vielfältig kombinierbaren light - LAB® - Glasgerätschaften stellt der SD 28 mit seinen Aggregaten und seiner PC - Steuerung ein neuartiges,      universelles miniaturisiertes Syntheselabor dar, das dank seiner Modularität auch im Bereich            Biotechnologie seinen Einsatz finden wird.

  Patentanmeldung ist unter dem AZ 101 03 441.5 erfolgt.

Quelle: Helmut Siegel

 

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